1. Was sind “intakte” Funktionen

Der Begriff klingt wahrscheinlich erst einmal etwas merkwürdig, gemeint sind aber folgende "Funktionen" die bei einer an Schizophrenie erkrankten Person in der Regel nicht gestört sind, oder wenn dann nicht direkt:

  • das Gedächtnis
  • die Orientierung im Raum
  • das Bewusstsein
  • die Aufmerksamkeit
  • der Intellekt

Das bedeutet also, dass sich ein Kranker bewusst ist, wo er ist, zu welcher Zeit und wer er selber ist.  Er kann ganz natürlich neue Dinge erlernen oder sich an Früheres erinnern. Die Herausforderung ist jedoch, dass die eigentlichen Symptome der Schizophrenie, wie z.b. Antriebslosigkeit oder Gleichgültigkeit, Depression oder auch die Positivsymptome wie Halluzinationen und Wahnideen einen großen Einfluss ausüben können und damit z.B. auch Erinnerungen verändern können.

2. Kann Überempfindlichkeit ein Symptom der Schizophrenie sein?

In bestimmten Fällen ja. Besonders die Überempfindlichkeit gegenüber akustischen Reizen kann ein wichtiges Frühwarnsymptom sein und wird zur Diagnose herangezogen.  Daneben berichten Erkrankte aber auch über eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht oder über eine intensivere Wahrnehmung von Farben. Die Veränderung von Gesichtern, Figuren oder sogar eine veränderte Wahrnehmung der Zeit wird erlebt. Es kann sich also anfühlen, als ob die Zeit schneller oder aber langsamer vergeht.

3. Können Positiv- und Negativsymptome gleichzeitig auftreten?

Definitiv! Das ist sogar relativ häufig der Fall. So kann z.b. ein Verfolgungswahn oder Stimmen hören gleichzeitig mit Depressionen und Antriebslosigkeit auftreten.  Trotzdem gibt es einen zeitlichen Verlauf an Symptom, der sich oft ähnelt, wie die folgende Grafik zeigt.