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In dem Video beschreibt Lisa, wie Sie die Erkrankung Ihrer Mutter empfindet. Wie schon in anderen Beiträgen erwähnt, ist die Schizophrenie in ihrer Form extrem verschieden. Bei dem was Lisa aber in ihrem Video erklärt stellt sich die Frage, was dir dabei helfen kann, falls eine Elternteil an Schizophrenie erkrankt ist.

In diesem Artikel möchte ich einige Punkte aufführen, die für andere Kinder und Jungendliche eine große Belastung darstellen. Außerdem sollen es um ein paar Lösungsansätze gehen, die dir in deiner Situation helfen können.

1. Der Beginn der Erkrankung deiner Eltern

Wenn die Erkrankung eines Elternteils diagnostiziert wird, versuchen die Eltern oft zu verhindern, dass dies öffentlich wird. Allein dieses aufgezwungene Schweigen kann schon eine große Belastung sein!

Wenn deine Mutter oder Vater an Schizophrenie erkranken, ist das ein einscheidendes Erlebnis in deinem Leben, was logischerweise Angst macht und Unsicherheit erzeugt. 

Viel zu oft wird dann in der Behandlung und Sorge um deine kranke Mutter oder Vater vergessen nach deinem Empfinden zu fragen. Viel zu schnell wird übersehen, wie sehr dich die Situation belastet! Selbst die Wissenschaft hat hier viel zu lange nur technisch geforscht, z.B. in Bezug auf Genetik und andere Faktoren. Das soll nun nicht heißen, dass diese Faktoren unwichtig wären. Sie sollen ja zum Verständnis und zur Behandlung der Krankheit beitragen. Aber das Leid von betroffenen Kindern wurde leider im Verhältnis ziemlich selten untersucht - bzw. erst in neuerer Zeit.

Wie geht es dir in deiner Situation? Fehlt dir das Gefühl der Sicherheit, wünscht du dir, dass deine Eltern genauso für dich da sein könnten, wie du es in anderen Familien beobachten kannst?

Damit bist du nicht allein! Eine Sozialarbeiterin Yvonne Hänne aus Zürich schrieb 1993:

"Wenn Kinder bei der Erkrankung ihrer Eltern allein gelassen werden, entwickeln sie Ängste und Ratlosigkeit. Die Krankheit, unter der sie sich nichts vorstellen können beschäftigt sie. Wenn ihre Fragen dazu nicht beantwortet werden, entwickeln sie Fantasien, die oft schlimmer sind als die Wirklichkeit."

1.1. Schizophrenie der Eltern: 6 Punkte die besser laufen könnten

Die Erkrankung kann manchmal viele Jahre oder Jahrzehnte das Leben deiner Familie prägen. Folgende 8 Punkte sind Gefahren, die das erlebte Leid erschweren können. Die Liste muss übrigens nicht komplett bei dir zutreffen! Aber wenn du weist, was anderen schwer fällt, ist es leichter bei dir selber zu prüfen, ob einer der Punkte auch zutrifft. Und wenn du ein Problem erkennst, lässt sich dafür leichter eine passende Lösung finden.

  1. Deine eigenen Bedürfnisse treten start zurück, weil dein erkrankter Elternteil jetzt im Mittelpunkt der Familie steht.
  2. Dir fehlt jemand, mit dem du über deine Sorgen reden kannst - deine Eltern meiden das Thema.
  3. Deine Lehrer in der Schule sind nicht informiert, wie es dir zuhause geht. Das kann eine Belastung sein, weil sie keine Rücksicht auf dich nehmen. Wüssten sie, dass ein Elternteil an Schizophrenie erkrankt ist, könnten sie verstehen, warum du vielleicht zeitweise nicht die Leistung bringen kannst wie bisher.
  4. Dir wurde kaum etwas über die Krankheit erklärt. 
  5. Du musst plötzlich den Haushalt schmeißen oder dich um deine Geschwister kümmern. Eigentlich war das bisher die Aufgabe deiner Eltern.
  6. Durch die Angst, wie andere über dich und deine kranke Mutter / kranken Vater denken, erzählst du wenn möglich nichts darüber. Und wenn du merkwürdiges Verhalten deines kranken Elternteils erklären musst hast du dabei auch noch selber Schuldgefühle.

2. Was kann dir helfen, wenn ein Eltern erkrankt?

Wichtig ist auf jeden Fall, dass du dich nicht zurückhälst Fragen zu stellen und deine Sorgen offen auszusprechen! Ob das nun gegenüber deinem gesunden Elternteil ist oder auch gegenüber einem Arzt, Therapeut oder Vertrauenslehrer.

Vergiss nicht: Du hast selber auch ein Recht auf Schutz und Jemanden bei dem du offen über deine Sorgen reden kannst! Auch wenn dein kranker Elternteil vielleicht viel Aufmerksamkeit und Unterstützung benötigt.

Außerdem ist es wichtig, dass du zusammen mit deinem gesunden Elternteil und den anderen Familienangehörigen lernst die Krankheit zu verstehen und damit umgehen zu lernen.

Wenn du das Gefühl hast, irgendwie Schuld an der Situation zu haben sprich auch darüber! Fakt ist nämlich - du trägst keine Schuld an der Schizophrenie! Aber eine Sache ist es, dass vom Verstand her zu wissen. Eine andere, das auch so zu empfinden. 

Wenn du etwas älter bist kann für dich vielleicht auch spannend sein, einmal eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Das gute ist, dass du hier besonders viel Verständnis erhälst und erfährst, wie andere mit deiner Situation klarkommen. Besonders hilfreich ist das in der Zeit, wenn du darüber nachdenkst, das Elternahaus zu verlassen und auf eigenen Beinen zu stehen.

  • Ziehst du aus, obwohl die kranke Mutter oder kranke Vater von dir erwarten im Haus zu bleiben können Schuldgefühle die Folge sein.
  • Bleibst du aber zuhause, kann sich das auf deine eigene Entwicklung schädlich auswirken! 

Deshalb ist gerade in dieser Situation sind Rat und Unterstützung von Menschen in einer ähnlichen Situation Gold wert! Also denk nicht, es wäre ein Zeichen von Schwäche Hilfe zu suchen.

Das ganze ist eher als Coaching zu verstehen, um den für dich optimalen Weg zu finden mit der Schizophrenie deines Elternteils klarzukommen.!

Weitere Webseiten mit Hilfsangeboten

https://kinderschutzbund-se.de/

https://www.bke-beratung.de/

Eine telefonische Anlaufstelle, wenn du mit jemandem über deine Sorgen sprechen möchtest:

https://www.nummergegenkummer.de