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Das Video ist ein Mitschnitt der Vorlesung " title="Schizophrenie" target="Array">Schizophrenie" am 11. Januar 2013 am Universitätsklinikum Aachen. Gehalten wir die Vorlesung von: Prof. Gerhard Gründer.

Eine Anmerkung vorab. Die Informationen sind natürlich fachlich hervorragend - da direkt für das Medizinstudium vorgesehen. Aber hier wird alles eher technisch vermittelt - auf Gefühle, Sorgen und z.B. Rat für den Lebensalltag Betroffener  wird weniger eingegangen. Das soll kein Vorwurf sein - Schließlich richtet sich die Vorlesung ja auch an Studenten und nicht direkt an Betroffene. Falls du als Betroffener oder Angehöriger aber das Video ansiehst, wollte ich das vorab erwähnen!

 
In dem ersten Teil des Vortrags werden den Studenten folgende Themen nähergebracht:
  • Grundlagen
  • Psychopathologie
  • Epidemiologie
  • Neurobiologie

Hier zusammengefasst einige Hauptpunkte / Stichpunkte:

1. Grundlagen & Epidemiologie bei der Schizophrenie

Die Erkrankung ist sehr häufig und können jeden Betreffen. Die Lebenszeit-Prävalenz beträgt 1%

Das Ersterkrankungsalter ist ca. 18-25 Jahre.

Männer sind zwischen 18 und 25 schwerer betroffen.
Mögliche Ursachen:

  • Stärkerer Drogenkonsum bei Männern in jungen Jahren (Cannabis)
  • Hormonelle Unterschiede (Östrogene) 
  • Einige Studien zeigen, dass Östrogene eine "Schutzfunktion" in Bezug haben können.

Bei Frauen ist ein zweiter Lebenszeitraum - nach der Menopause - häufiger der Zeitraum der Ersterkrankung. Ebenfalls im Wochenbett, nach  der Schwangerschaft.

  • Durch den Östrogenabfall kann eine Schizophrenie getriggert werden, sofern eine Disposition vorliegt.

Manner und Frauen sind jedoch im Mittel gleich oft betroffen.

Die Schizophrenie erfordert im Gesundheitswesen die kostenintensivste medizinische Behandlung.
50% der stationär Behandelten Patienten sind nach der Entlassung wieder innerhalb des ersten Jahres zu erneuter Behandlung stationär aufgenommen.

  • Hauptgrund: Mangelnde Krankheitseinsicht und Absetzen der Medikamente
  • Weitere Gründe: Wiederaufnahme von Drogenkonsum

2. Psychopathologie

  • Dementia praecox ist ein Begriff, mit dem früher in der Psychiatrie Geisteskrankheiten aus dem schizophrenen Formenkreis beschrieben wurden. Er wird heute nur noch im historischen oder umgangssprachlichen Sinne verwendet.
  • Anfang des 20. Jahrhunderts wurde von Eugen Bleuler der Begriff der Schizophrenie geprägt.

Im Video werden die Positiv- und Negativsymptome der Erkrankung aufgeführt.

Unterschied Wahnwahrnehmung und Wahneinfall:

  • Wahnwahrnehmung gehört oft zu den ersten auftretenden Symptopmen. 
    Gemeint ist, dass der Betroffene tatsächliche Beobachtungen fehldeutet und wahnhafte Vorstellungen hineinlegt.
    So werden die Menschen, die auf der Straße Gespräche führen plötzlich so wahrgenommen, dass der Ṕatient den Eindruck hat, die Leute würden alle über ihn sprechen, oder sich über ihn lustig machen - vorbeifahrende Autofahrer würden ihn beobachten oder die Nachrichten im Fernsehn wären extra für ihn gemacht.
  • Mit Wahnvorstellung ist gemeint, dass ohne tatsächliche Beobachtung wahnhafte Ideen auftreten.
    z.B. denkt der Betroffene in seiner Wohnung würde er von versteckten Kameras überwacht, obwohl keine tatsächliche Beobachtung eine Grundlage dafür bildet.

Ich-Erlebnis-Störungen:

  • Der Patient hat z.B. das Gefühl sein Wille würde von anderen beeinflusst, andere könnten seine Gedanken lesen usw.

 Kognitive Symptome beeinflussen den Langzeitverlauf meist am intensivsten. Dazu gehören Beeinflussung von:

  • Aufmerksamkeit
  • Gedächtnis
  • Planendes Handeln

 Schizophrenie kann also extrem unterschiedlich verlaufen!